Eine Frage der Perspektive…

oder warum eine Beurteilung des körperlichen Zustandes anhand von Bildern sehr schwierig ist. 

Immer wieder wird in den sozialen Medien anhand von Bildern über den körperlichen Zustand von Pferden diskutiert und es werden Tipps – meistens hinsichtlich Futterreduktion – gegeben, wie man die Situation verbessern könnte. Nicht immer ist ein zu dick wirkendes Pferd tatsächlich übergewichtig und wenn man dann einfach mal die unter Umständen ohnehin schon schlechte Nährstoffversorgung (vor allem hinsichtlich Eiweiß und essentielle Fettsäuren) noch weiter reduziert, dann hat man es unter Umständen nicht mehr nur mit einem zu dicken, sondern einem nach wie vor zu dickem, unterversorgten und dazu noch sehr frustriertem Pferd zu tun. 

Mai 2018

Mai 2018

Oktober 2018

Oktober 2018

Februar 2019

Februar 2019

Ohne ein Pferd gesehen und auch gefühlt zu haben, sollte allerdings man vorsichtig sein, sich über den körperlichen Zustand zu äußern. Außerdem ist es tatsächlich auch eine Frage der Perspektive. Wie man an den Bildern meiner Jungstute sieht, sind die Veränderungen vor allem aus der Sicht von vorne sichtbar, während man bei der seitlichen Perspektive schon sehr genau wissen muss, worauf man achten muss um die Veränderungen in gleichem Maße wahrzunehmen. 

Dass man bei Einzelaufnahmen wirklich vorsichtig sein muss, zeigen die zwei Bilder meiner Stute, die innerhalb von 3 Tagen einen massiven Gewichtszunahme vermuten lassen würden….

14. Mai 2019
17. Mai 2019

Sehr deutlich wird es auch bei den folgenden beiden Bildern, die am selben Tag innerhalb von einer halben Stunde aufgenommen wurden.

15. März 2019
15 März 2019

Vergleichsbilder

Was ich allerdings für sehr hilfreich halte, sind Vergleichsbilder, wie ich sie auch im unten erwähnten Artikel zeige. Dabei ist allerdings wichtig, dass man wirklich darauf achtet, dass die Haltung des Pferdes in etwa gleich ist und auch die Perspektive, aus der man fotografiert.

Nur dann hat man einen guten Vergleich, wie sich das Pferd über die Zeit entwickelt und ob man auf einem guten Weg ist. Auch muss man die jahreszeitlichen Schwankungen aufgrund der Haltungs- und Trainingsbedingungen miteinbeziehen. Ich persönlich finde vor allem die Fotos interessant, wo ca. 1 Jahr dazwischenliegt.

Weiterführende Links

Eine ausführliche Dokumentation, welche Erfahrungen ich bei der Arbeit mit meiner Jungstute in Bezug auf verschiedene – nicht nur körperliche – Veränderungen gemacht habe gibt es im Blogbeitrag „Der Speck muss weg“ zu lesen. Die Vorgeschichte dazu im Artikel „Jungpferdearbeit mit Hindernissen“.

Nachsatz:
Natürlich gibt es Pferde, die tatsächlich einfach zu fett sind, wo man sowohl Fütterung, Haltung als auch Training überdenken sollte. Dazu hat sich Karolina von 360° Pferd einige Gedanken gemacht. 


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